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Ob ich jetzt fitter bin? Verglichen mit manchen Karate-Trainings ist das reine Entspannung dort.

Aber ja, die Ruinen: Sind sehr schön, aber das Ganze hatte etwas Unheimliches, man hat nämlich schon von weitem die Leute singen hören wie in mittelalterlichen Kirchenchören. Überall diese typischen Figuren mit den fetten Engeln der Barockzeit, aber alles verrottet ... sehr cool. Und sie waren aus Sandstein. Das Gebäude natürlich. Und die Erde ist dort überall rot, richtig rot (wie in dem Slime-Lied) und der Kontrast mit dem grünen Gras ist wunderbar.

Wir sind (Si und ich) weiter nach hinten, dort waren die Ruinen von gemauerten Zellen, in die die Missionare die Zeugen ihres Misserfolges, nämlich Indianer, die keine Katholiken werden wollten, eingesperrt haben. Ich wurde unterrichtet, dass dort auch viele Knochen gefunden wurden. Was das heisst, kann sich jeder selbst denken ...! Intoleranz auch hier.

Hinten im Gestrüpp haben wir einen Advokado-Baum gefunden. Und es gibt hier Pflanzen mit Punkten drauf und noch viel mehr. Draussen auf der Strasse haben wir mit Chimarrão und Bolo auf die anderen gewartet und Si hat mir Papageien gezeigt, ganz giftgrüne. Die Strasse typisch. Staubig, schnurgerade, mit Palmen in der Mitte. Und brasilianischer Himmel. Es war schon ziemlich spät, 4 oder 5 nachmittags, denn wir sind um angenehmerweise halb 2 weggefahren, nicht wie bei uns zuhause, wo sich nach 7 Uhr frühs nichts mehr lohnt ...

Weiter auf die grosse Strasse, Richtung Argentinien. Es fängt langsam an zu regnen, grosse dicke Tropfen fallen auf die Windschutzscheibe, das letzte Stück glühender Ball ist verschwunden, und zurück bleibt nur der brennende orangene Schimmer am Horizont, der in ein Feuerrot übergeht und von den dunkellila Wolken verschluckt wird. Blitze hier und dort (ihr erinnert euch noch an das Gemälde dieses Highways, so in rot-braun-lila gehalten, mit dem Blitz genau über der Strasse, das hinten im Kunstsaal neben so vielen anderen an der Wand gelehnt hat, und wir schliesslich entdeckt haben, dass es fantasieloserweise aus dem EMP-Katalog abgemalt wurde? Etwa so), alles für den Bruchteil einer Sekunde in Tageslicht tauchend, und dann wieder Regen und Dunkelheit. Irgendwann dann am Rio Uruguay angekommen, der nämlich die Grenze zwischen beiden Ländern ist. Wir haben nicht viel gesehen, da es dunkel war (mittlerweile stockdunkel; Faf: Ochsenfurt), aber den Lichtern zufolge, die im Wasser reflektiert wurden, muss der Fluss sehr breit sein. Ohne Krokodile oder Alligatoren oder sonst etwas, was man von einem südamerikanischen Fluss erwarten würde. Piranhas!?

Zum ersten Mal in Argentinien, im Land der Fussball-Mannschaft, die ich seit dem Confed-Cup 2005 unterstütze, seit dem Moment, in dem der Lux in Nürnberg gespielt hat und wir nicht hingefahren sind. Aber, wie erwähnt, nicht viel gesehen, ausser dem Casino. Ich war zuvor noch nie in einem Casino, die anderen haben natürlich gepokert, doch da ich davon auch schon gelangweilt bin (Felix: das ist richtig mainstream geworden, seit etwa einem Jahr erobert dieses Spiel abendliche Runden und Sport(!)-Fernsehsender), hab ich nicht zugeschaut.

Auf dem Weg zurück: der Mond ist hier anders als in Europa. Und zwar steht er, wenn es Halbmond ist, nicht aufrecht da, sondern es ist die obere Hälfte weg, nicht die linke oder rechte. Es sieht aus, als hätte man die Kugel von oben nach unten durchgeschnitten und sie wäre dann umgekippt (wie der Smiley, gut zur Veranschaulichung des Sachverhalts: ). Ach ja: wenn meine Umrechnungen richtig sind, verkaufen die Argentinier Diesel für weniger als 50 Cents oder ...

Und Sonntags? Viele Leute da zum Mittagessen (mit Negrinho!), dann alle gegangen und wir aufs Land gefahren. Das heisst, 10 km weiter. Das Dorf ist toll: die Strassen sind mit Gras überwachsen, richtig grün. Sieht schön aus. Berge im Hintergrund (ich habe sie natürlich gefragt, ob sie schon mal oben war), überall Kühe (denen ich nicht mehr so vertraue seit letztem Samstag). Unten war der Fluss, sehr schön, reissend, wir haben uns auf einen Stein mittenrein gesetzt. Da hätte ich für den Rest des Tages bleiben können. Ein reissender Sturzbach. Im Garten viele Mandarinenbäume. Diese kleinen Früchte, die wir in riesigen Kisten im Dezember kaufen (endlich!) und dann mühsam im Physiksaal essen oder vor dem Fernseher, wachsen hier einfach im Garten. Und rosa blühende Pfirsichbäume (glaube ich) und Bananensträucher. Und brasilianischer Klee, der riesig ist. Ihr Vater hat - wie ich erfahren habe - im Jugendteam von einem berühmten Fussballverein gespielt (bei Internacional?), musste aber aufhören. Ich hätte ihm stundenlang beim Jonglieren zusehen können. Irgendwann ... kann ich das auch.

Gestern abend beim Rotary-Meeting. Die waren sehr nett, ich wurde mindestens hundertmal umarmt und geküsst (wer kann sich schon an die ständige Küsserei gewöhnen?). Dann ein stundenlanges Reden (sogar ich, auf Portugiesisch!) dieser ganzen sich wichtigmachenden Leute, hinten auf dem Tisch wird das Essen kalt (riesen Teller mit wenig drauf), es ist schon spät, und die hören und hören nicht auf. [Papa, das sind deine Gene.] Für das Fleisch bräuchte ich unser Lieblings-Dauerwerbesendungs-Titanium-Messerset (--> Nele), aber gut. Ich will mich nicht beschweren. Ich habe jetzt eine Fahne, die ich nach Deutschland mitbringen und irgendwie den Rotariern zukommen lassen sollte. Irgendwann aufgebrochen ... es hat eine halbe Stunde gedauert, bis die uns gehen liessen.

So viel bis jetzt, mal sehen, was mir irgendwann noch einfällt. Ach ja, die ganzen Orangenbäume.

Und wohin komme ich zurück? Apfelbäume.

SYL.T

4.9.07 16:06
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


mousewife (7.9.07 16:42)
da fällt mir gerade ein, dass mit dem Mond
in Jordanien in der Wüste im Wadi Rum sah der genauso aus - vielleicht hat doch noch irgendjemand lust sich 450 fotos anzuschauen
so long mw

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