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Neu!Neu!Neu!

 

Ich glaube, so viele bahnbrechende Neuerungen auf einmal kann ich nicht vertragen. Das muss ich erst mal verdauen, dann wahrnehmen und dann erst feststellen, dass sich das fast gar nicht auf meinen momentanen Tagesablauf (auf den in der nahen Zukunft wahrscheinlich auch nicht) auswirken wird. Aber schockierend ist es trotzdem.

 

Der Herr Geyer geht in Rente. Nein! Zuerst habe ich für nicht wahr gehalten, schliesslich geht dieses Gerücht jeden September um, seit dem wir an der Schule waren, sprich '99. Aber die Lisa wird sich schon was dabei gedacht haben, als sie das hier (für jeden einsehbar) reingesetzt hat. Ausserdem: du willst was?! Ich habe ja (in Mangel an Fantasie und der Ausdauer, mir darüber weiter Gedanken zu machen) immer noch auf das Bostoner Bürogebäude getippt, aber dass du dort Praktikum gemacht hast, sowie die Tatsache, dass du überhaupt schon Praktikum gemacht hast, schockiert mich zutiefst! Was ist daran toll? Wahrscheinlich schockiert es niemanden meiner treuen Leser, dass jemand im letzten Schuljahr ein Praktikum macht, um die Arbeitswelt, in die man in näherer oder fernerer (?) Zukunft einzutreten plant, etwas besser kennenzulernen bzw. sich darauf vorzubereiten. Da ich aber noch nicht einmal darüber nachgedacht habe, auch nur einen Finger für so etwas wie Arbeit-und-dafür-bezahlt-werden zu rühren, kommt es für mich ziemlich überraschend, dass das in meiner unmittelbaren Umgebung geschieht. Bei den Jungs ist das was Anderes: sie arbeiten jetzt schliesslich richtig. Aber ich habe immer gedacht, den Gymnasiasten als absoluten Theoretikern ist nichts anderes als der Weg einer leichten akademischen Karriere vorgezeichnet. Dass man damit auch was Anderes anfangen kann, habe ich niemals realisiert. (Natürlich war ich niemals so krass naiv, aber ... Arbeit? – Nein danke!) Wie auch immer, das Ganze klingt sehr entschlossen und rational überlegt. So richtig mit Konsequenzen?

 

Weiter zu etwas angenehmeren Neuigkeiten. Ein neuer Mathelehrer? Besser als der Leberecht? (Wer meiner ehemaligen Mitschüler empört sich jetzt mehr oder weniger lautstark? – Die ewige Abstimmerei hat unsere Klasse für den Rest des 11. Schuljahres entzweit.) Aber Grieche? Haben wir nicht einen griechischen Metzger (DIES ist ein Witz. Jeder, der weiss, worum es hier geht, wird dringenst darum gebeten, kein Wort darüber zu verlieren, um Gerüchten vorzubeugen. Das ist wichtig.)? Ausserdem ist „der Grieche“ Grieche, wie der Name unschwer erkennen lässt. Hm, da sieht man, was man davon hat, wenn man jemanden nie bei seinem richtigen Namen nennt: ich hab ihn vergessen. Er mich aber nicht: als ich sie am 18. Juli besucht habe, hat er mir wie immer irgendwas erzählt und hat Fussball gespielt. Hah, ich weiss es: Jonian hiess er. War ziemlich seltsam, die Zeit. Wie auch immer, ich habe natürlich nichts gegen Griechen. Ich würde ihn ganz gern mal sehen. Das heisst, ich plane euch wieder irgendwann zu besuchen.

 

Ausserdem verändert sich meine Heimat mehr und mehr. Uralter Punk, Leute, die meinen, sie würden MIR immer ähnlicher, und das zu vermeiden suchen, sowie fast schon rebellische Haltung gegenüber der grossen Welt bei Leuten, die ich fest in dieser Welt verwurzelt glaubte und annahm, sie seien wie geboren dafür. Und jetzt will die Barbara „irgendwohin“. Gefällt mir das? und Vorschläge, Lisa?

 

Weiter zu meinen Neuigkeiten, die neben oben genannten einschneidenden Veränderungen unbedeutend aussehen. Montag beim Training habe ich aufgehört. Dienstag nachmittag war ich in der Schule, aber nur die letzten beiden Stunden, denn sowohl sie als auch ich hatten keine Lust auf die langweilige Literatur-Klasse. Mal abgesehen davon, dass ich von keinem der Autoren je etwas gehört habe. (Warum haben wir eigentlich kein Schulfach „Brasilianische Literatur“? – Aber mal im Ernst. Bei uns wird das ganze Lesen usw. in Deutsch erledigt. Das heisst doch umgekehrt, dass entweder die Grammatik zu kurz kommt oder die deutsche (Schrift-)Sprache zu einfach ist, um gelehrt zu werden. Ich tippe allerdings auf Ersteres, wenn ich mir die Interpunktion einiger Mitmenschen ansehe, ganz zu schweigen von Instant-Messagern wie ICQ, die unsere Sprache vollends verschandeln. [Aber – wer bin ich, dass ich mich vor Veränderung fürchte? Vielleicht, weil ich mir immer noch kritisch anhören darf, ich könnte keinen Dialekt sprechen, mich aber woanders fast niemand versteht. (Note: ich hoffe doch, dass alle wissen, das alles nicht so ernst gemeint ist, wie es aussieht. Um das zu verdeutlichen, müsste ich alles, was ich schreibe, mit Smileys spicken, wozu ich aber zu faul bin (also doch!). Deshalb ] Aber wie? Schliesslich können es nicht mal die Lehrer. Ist nicht der Gross immer wieder darum herumgekommen, deutlich zu machen, wann ein Komma kommt und wann keines?)

 

Nach der Schule haben wir noch darauf gewartet, dass der kleine João mit dem Kindergarten fertig ist (die jüngeren Kinder gehen in Brasilien nachmittags zur Schule. Das ist praktisch! Auch wenn ich mir das für Deutschland umgedreht wünsche). Und währenddessen ist mir Rês Cousin Dudu entgegengekommen und hat gefragt, ob ich nicht mit den Jungs Futsol spielen will. (Futsol ist eine Art Hallenfussball. Zwar kleineres Spielfeld, kleineres Tor und weniger Spieler, aber ohne Bande und mit einer speziellen Art Einwurf. Man schiesst den Ball mit dem Fuss, muss ihn aber vorher mit der Hand berühren. Das ist in Brasilien sehr populär, das müssen sogar die Grundschüler richtig lernen. Und ihr Vater hat sogar einmal die Futsol-Jugendmannschaft von Santiago trainiert, die ziemlich erfolgreich war. Laut Rê ist es sehr verschieden vom Fussball ...) Auf jeden Fall haben wir (sie auch! Sogar freiwillig im Tor) solange mitgespielt, bis es 4.50 Uhr war. Und das ist richtig richtig schnell. Und eines habe ich sowieso festgestellt: der brasilianische Fussball ist nicht engstirnig, sondern viel kreativer und unterhaltsamer. Zwar braucht der Schiedsrichter in Liga-Spielen etwa zehnmal seine gelbe Karte und für jedes Spiel drei Trillerpfeifen, aber die Angriffe kommen viel interessanter. Da wird nicht nur lustlos vor sich hin gelaufen, bis es vielleicht mal aussichtsreich genug aussieht, um loszulaufen, sondern über die Seiten, durch die Mitte, Übersteiger, gelupft ... alles sehr einfallsreich.

 

Gestern Karatê, ich kenne jetzt auch den Weg nach Hause und verstehe sogar, wenn sie mich danach fragen. Bunkai und so weiter.

 

Morgen fahre ich mit vielen weiteren aus Skill (normalerweise langweilige Stunden, heute wieder) an die Grenze zu Uruguay. Ich, weil sich dort die Austauschschüler treffen, die anderen, um ihren Englischtest zu bestehen, der sie dann in die weite Welt hinausführt.

 

Und als ich heimkam, sassen alle im Churrasco-Haus mit einer befreundeten Familie, deren Sohn ein sehr erfolgreicher Futsoler ist und deren Vater die Mannschaft trainiert und mich ausserdem dazu eingeladen hat, mitzuspielen. Also: bin ich heute morgen hin und habe mitgespielt. War sehr cool, ich weiss nicht, wie alt sie waren, auf jeden Fall waren sie grösser. Allerdings wohl noch nicht so alt, da ich fast so gut war wie sie. Und es macht Spass. Hah, ich freue mich schon auf den Winter und auf Hallenfussball. Da muss man nicht so viel rennen.

 

Bis jetzt habe ich nur nachgeholt, wozu ich vorhin nicht gekommen bin. Und ja: ich trage mich auf dem grünen Fleck neben „20. Oktober“ ein. Aber wer ist nicht bei seiner eigenen Kerwa dabei??

 

SYL.T

 

13.9.07 21:06
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Lisa / Website (14.9.07 19:46)
Zweigeteilter Kommentar, weil er in einem anscheinend zu lang ist:

Tse, Bürogebäude. Schmarrn. (Aber sag mir bitte, dass du mich niemals ernsthaft so eingeschätzt hast?!)

Was daran toll ist? Alles. Krankheiten! Patienten! Freudige abholende Angehörige! Ellenlange komplizierte Fachbegriffe! 6-Uhr-morgendlicher Hochbetrieb! Und natürlich die unheimlich tollen Klamotten.
Naja. Eigentlich plane ich ja immernoch Psychologie, aber da ich sowieso in die klinische Psychologie will, kann ich da ja auch übers Medizinstudium hin. Alle Optionen offen und so.
Und eigentlich will ich genauso gern irgendwelche Literaturwissenschaften oder Theater/Film/Medienwissenschaften oder was in der Richtung machen, aber irgendwie führen diese Studiengänge alle nicht in Berufe, die ich mir vorstellen könnte, tatsächlich mal zu machen. Hm. Vielleicht lass ichs ja doch drauf ankommen, studiere ein bisschen in der Literatur rum und warte auf die große Erleuchtung. Hm.

Du schreibst Karatê mit Circonflex. Ist die Full House-Version der Aussprache tatsächlich "richtiger" als die gebräuchliche deutsche? (Naja, ich weiß schon, dass im Japanischen alle Silben gleichwertig betont werden oder sowas. Aber der Akzent sieht so nach Kara-Teee aus.)


Lisa / Website (14.9.07 19:47)
Teil zwei:


Die Sprach-Verschandelung: Das ist keine "Veränderung", die man nicht fürchten sollte, das ist grausame Vergewaltigung. Also, dein ICQ-Beispiel. Deshalb halte ich mich konsequent von Chatrooms fern. Aber um mal das Internet zu verteidigen: Es gibt viele Foren, in denen sehr wohl Deutsch geschrieben wird. Alle, in denen ich mich aufhalte zum Beispiel, weil sonst hätte ich gar keine Lust irgendwelches ohne-punkt-und-komma-Wirrwarr zu lesen. (Leute, die so schreiben, schreiben aber meistens auch keine lesenswerten Sachen.)
Das allerschlimmste Beispiel dazu, das ich in letzter Zeit gesehen habe, war die Abschlusszeitung der Uffenheimer Realschule. Die hab ich nach drei Seiten mit Entsetzen zugeklappt. (Mist, hier lesen Leute mit, die die mitgeschrieben haben, nicht? 'Tschuldigung.)

Was heißt "Vorschläge, Lisa"? Ziele für 'irgendwohin', oder was? Mein letzter Vorschlag - Ryan Adams Konzert in München - wurde stillschweigend ignoriert, was ich als deutliches Nein interpretiert habe. (Okay, dich hab ich nicht gefragt weil ich dachte du hast andere brasilianische Sorgen, und wirst eh nicht dazu zu bewegen sein, dahin zu gehen. Weil man das, was er macht, ja im weit gefassten Sinne als Country bezeichnen könnte.)
Andere Vorschläge hab ich im Moment nicht.

Und zur letzten Frage: Ich kenne jemanden.

xxx
lg, Lisa

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