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  Abfahrt Donnerstag abend nach Skill – eigentlich hatte ich erwartet, noch mal zurückgekommen. Dann über Nacht in Santa Maria, die nächste Nacht in Gramado (der kältesten Stadt in Brasilien) – ich habe immer noch Muskelkater von diesen 927 Stufen runter und wieder hoch, Wasserfall anschauen. Aber mein sportlicher Ehrgeiz bringt mich zu solchen sinn- und fettfreien Dummheiten. Vielleicht ist es übertrieben (she’s fat not crazy), aber es macht Spass. Der Muskelkater natürlich nicht. Der macht, dass man keine Treppen steigen kann. Aber dann weiter nach Porto Alegre. Das ist die Landeshauptstadt von Rio Grande do Sul, etwa so wie für uns München, aber etwa viermal so groß (ich kann wieder scharfe ßs schreiben!). Und sehr schön! Zwar städtisch, mit Hochhäusern in der Innenstadt (wie ich mir die Downtown von Memphis vorgestellt hätte) und Menschen, die für ein paar Centavos lauter Autos in (ich habe gerade erfahren: der Med [wie auch immer er seinen Namen schreibt, ich schreibe ihn so] fährt immer noch den Bus! Und heißt immer noch Alfons. Natürlich, natürlich, aber er fragt immer noch die kleinen Schüler. Was für ein Wunder.) Lücken am Straßenrand winken, aber grün und irgendwie einladend. Ein Park in der Mitte der Stadt mit lauter Fußballplätzen und Laufrunden. Einfach so, für die ganzen Sonntag-früh-Sportler in der Hitze. Und außenherum Marktstände und noch mehr, die die seltsamsten Dinge verkaufen. Straßendemonstrationen – die silent monks waren mir viel lieber als irgendeine Trommelfront – und eine Capoeira-Vorführung. Meine  Begeisterung für diesen Sport hält sich übrigens in Grenzen. Mag ja schön aussehen, aber da ist mir zu viel Tanz dabei. Und das ist nicht meins. Wie auch immer, ich habe viele Capoeira-Fotos gemacht. Als wir wieder ins Haus von ihrem Onkel (der übrigens Nachfahre und abermillionster Spross einer vor einhundertachtzig Jahren aus Deutschland eingewanderten Familie ist) und ihrer Tante gekommen sind, war Deutschland schon Weltmeister. Frauenfußball! Rê hat es mir gegenüber nicht erwähnt, während sie mir vorher alle zehn Minuten versichert hat, Deutschland hätte keinen Chance gegen Marta. Das war schon genug Enttäuschung präsentiert. Campao do Mundo (oder so ähnlich)!
Wenige Stunden später haben sie mich zum Flughafen gebracht. Und ich wollte nicht weg. Dort ist es viel schöner als in Deutschland! Dieses verschmutzte Land, wo man sich ständig verboten vorkommt. ...
Also, jetzt ist alles zu Ende (auch wenn ich mich zu meiner Verwunderung nur schwer an die deutsche Tastatur gewöhnen kann – ich verwechsele z und y). Alles ist wieder ganz normal und nichts hat sich verändert. Der Flug war schon gut, auch wenn der Schildermangel für einen Deutschen schon etwas verwirrend ist. Und die Tatsache, dass niemand Englisch spricht (dabei nennt sich Congonhas „internationaler Flughafen“ ). Aber ich habe schliesslich doch den Bus vom Flughafentransfer gefunden, der mich durch die 20-Millionen-Metropole nach Guarulhos transportiert hat. Durch die Lichter und die Dämmerung. Mit schwarzem Fluss und favellas. Einchecken – und diesem mehr oder weniger (eines der meistbenutzten Wörter in Brasilien, glaube ich) freundlichen Mädchen vor dem VARIG-Schalter fünf Minuten lang versichert, dass mein Gepäck nicht unbeaufsichtigt war, seit ich ihn gepackt habe sowie ich nichts von irgendjemandem mitnehme. Wo sind sie, die Terroristen?! Sogar mit Fensterplatz. Ich habe beschlossen, mich nicht an der (ungelogen!) mindestens zweihundert Meter langen und sich durch den ganzen Terminal windenden Schlange von ins Ausland reisewilligen Leuten anzustellen und stattdessen den Flieger noch zu erwischen.
Am Dock mussten wir etwa fünfundvierzig Minuten warten, und als wir endlich der American-Maschine folgen konnten und weggekommen sind, sind wir noch mal lange auf der Rollbahn gestanden. Aber dann – tchao, America do Sul. Die Riesenstadt bei Nacht. Bis Frankfurt war die Verspätung fast aufgeholt.
Mal im Ernst – wenn jemand Chancen für Austausch bekommt, sollte er weg. Auch wenn sich hier und dort einiges verändert, kann es eher gut als schlecht sein.
Irgendwann mehr. Aber jetzt nicht.
1.10.07 21:02
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Lisa / Website (1.10.07 22:43)
Heyhey, welcome home!

Es gibt wohl wenig Unangenehmeres, als Abschied nehmen zu müssen... (sprach sie und brachte es seit Tagen trotz deutlichen Bedürfnisses nicht fertig, die Position ihres Schreibtisches zu verändern, da dieser seit Walk the Line-Zeiten so dasteht Okay, das ist nicht das typische Abschieds-Beispiel, aber du weißt was ich meine.) ...und eine zu Ende gehende Ära... und Flughäfen sind sowieso gemein. :mitgefühl:

Ich hoffe du hast dich nicht allzu sehr verändert - du klingst noch immer nach dir, aber irgendwie nach einer nachdenklicheren Version von dir.
Aber ich freu mich drauf, mich bald mal face-to-face davon zu überzeugen. Sozusagen.

lg, Lisa

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